Frauenlager

Auf dem Bild sehen wir Yvonne Bermann. Sie lebte von ungefähr 1906 bis 1947. Während des Krieges war sie im französischen Geheimdienst tätig. Sie und ihr Mann betätigten sich als Propagandisten des nach England geflohenen Generals de Gaulle. Dieser hatte nämlich in einer Rundfunkansprache gefordert, dass man sich dem Diktat der Deutschen nicht unterwerfen und Widerstand leisten soll. Bereits im März 1941wurden beide aufgrund ihrer Arbeit in Bordeaux durch die französische Polizei verhaftet. Sie wurden dort den deutschen Behörden übergeben und anschließend in einer Festung inhaftiert. Nach ihrer Entlassung im August 1941 schließen sie sich einer in Frankreich tätigen Gruppe des britischen Geheimdienstes an. Auch werden sie Mitglieder des Widerstandnetzes BRUTUS. Im Herbst 1943 kommt es dann schließlich dazu, dass ein Mitglied ebendieser Gruppe von der Gestapo verhaftet wird und unter dem Druck des Verhörs die Namen weiterer Mitglieder verrät. Unter diesen Namen waren auch die von Yvonne und ihrem Mann. Beide fliehen im Oktober 1943 nach Paris. Einige Tage später wird sie jedoch in Bordeaux verhaftet, aber kurze Zeit später wieder freigelassen. Ihr Mann jedoch wird verhaftet und ins KZ Buchenwald transportiert. Dort stirbt er im April 1945. Währenddessen lebt Yvonne immer noch in Bordeaux und wird wieder verhaftet. Nun bleibt sie eine längere Zeit in Haft. Zunächst kam sie in diverse Festungen, bevor sie am 06. Juni 1944 schließlich über mehrere Stationen nach Saarbrücken auf die Neue Bremm kam. Mit ihrem Transport auf die Neue Bremm kamen noch weiterer 61 Frauen, die aus ganz Frankreich stammen. Die meisten von diesen Frauen waren wie Yvonne im Widerstand tätig gewesen und kamen deshalb nach Saarbrücken. Danach war ihr Leidensweg allerdings noch nicht vorbei. Sie verlässt Saarbrücken am 13. Juni 1944 und trifft am 15. in Ravensbrück ein. Danach kam sie noch ins KZ Buchenwald, genauer gesagt in das Außenlager Leipzig-Schönefeld. Aber aufgrund des Vorrückens der amerikanischen Truppen wurde sie von dort abermals in ein weiteres Lager geschickt. Auf dem Weg ins nächste Lager gelingt ihr aber die Flucht. Dies war also der Leidensweg dieser Frau und ich denke, es dürfte jetzt schon klarer sein, warum gerade dieses Bild ausgewählt wurde, um an das Frauenlager zu erinnern.