Die Familie Lazar

Am 14.06.1938 wurde Moses Lazar verhaftet und am 21.12.1938 in Buchenwald erschossen. Seine Frau Else Lazar, geb. Michel, fuhr zu ihrem Bruder in die Pfalz, bekam dort aber keine Aufenthaltsgenehmigung. Zurück in Saarwellingen durfte sie sich nicht mehr auf der Straße zeigen und nicht einkaufen. In der Reichspogromnacht wurde ihr Haus demoliert und Else Lazar wurde zusammen mit anderen Juden in einem kleinen Raum im einzig unzerstört geblieben jüdischen Haus eingepfercht. In der Nacht zum 13. November 1938 zwang man alle inhaftierten Juden, darunter auch die fast 90jährige Karoline Lazar-Hirsch, in einen Bus zu steigen. Sie wurden nach Felsberg gebracht, von wo aus sie zu Fuß zur französischen Grenze gehen mussten. Da die französischen Zöllner sie nicht passieren ließen, kehrten sie zu Fuß oder in Fahrzeugen hilfsbereiter Personen zurück.

Else Lazar musste aufgrund einer Gesichtsverletzung ins Krankenhaus nach Saarlouis und wurde gezwungen zur Deckung ihrer Kosten ihr zerstörtes Haus zu verkaufen. Am 17.10.1940 wurde sie zur Deportation nach Gurs verhaftet. Ihr Sohn Lothar, der schon früher nach Frankreich ausgewandert und französischer Soldat geworden war, erwirkte 1941 ein Befreiungzertifikat.

In Saarwellingen erinnern Stolpersteine an die ermordeten Juden.

Der ganze Artikel über die Familie Lazar ist hier zu finden.

Die Aktion 3. Welt Saar hat mehrere Broschüren "Gegen das Vergessen" herausgegeben, in der landkreis-spezifisch an Opfer und Täter des NS-Regimes erinnert wird.