Hannelore Baron erlebte die Hölle der Reichspogromnacht

Die Jüdin Hannelore Baron (geb. Alexander, 1926) lebte mit ihren Eltern und Geschwistern in Dillingen. In der Reichspogromnacht überfielen NSDAP- und SA-Formationen ihre Familie, sowie die Familie Levy und den 80jährigen Klavierhändler Siegfried Alkan. Die Inneneinrichtungen der Wohnungen und Geschäftsräume wurden zertrümmert und die Täter drangen in die Schlafzimmer ein und belästigten Frau Alexander und ihre beiden Töchter. Sie wurden nackt aus der Wohnung gejagt. Herr Alexander wurde mit einem Hammer schwer verletzt. Herr Alkan wurde trotz seines Alters geschlagen und getreten und seine Haushälterin mit dem Tode bedroht. Zahlreiche Personen plünderten in der Nacht die überfallenen jüdischen Geschäftshäuser.

Hannelore Baron floh mit ihren Eltern über Luxemburg, Frankreich, Spanien und Portugal in die USA. Dort heiratete sie Herman Baron. 1956 kam ihr Sohn Mark zur Welt. Hannelore Baron ist nie mehr nach Deutschland gekommen, um sich nicht den schlimmen Erinnerungen auszusetzen. In Dillingen und Saarbrücken wurden Ausstellungen mit Bildern von ihr gezeigt, ansonsten erinnert nichts an sie. 1987 verstarb sie.

Der ganze Artikel über Hannelore Baron ist hier zu finden.

Die Aktion 3. Welt Saar hat mehrere Broschüren "Gegen das Vergessen" herausgegeben, in der landkreis-spezifisch an Opfer und Täter des NS-Regimes erinnert wird.