Die beiden jüdischen Familien Hermann und Hanau

Die beiden jüdischen Familien Hermann und Hanau lebten ab 1920 bzw. 1921 in Losheim am See. Beide Familien waren im Viehhandel tätig und fest im Dorfleben integriert. Sie hatten insgesamt 8 Kinder. Der Sohn Leo Hanau heiratete 1935 die Tochter Erna Hermann. Die beiden konnten 1938 über Frankreich in die USA fliehen. Im Gegensatz zu ihren Kindern blieben die beiden Eltern Ehepaare in Losheim. 1937 bzw. 1938 mussten sie ihre Häuser weit unter Wert verkaufen. Am Morgen des 09.11.1938 drangen SA-Schläger in die Wohnungen der beiden Familien ein, verwüsteten diese und stahlen Wertgegenstände. Daraufhin versuchten die Hermanns Suizid zu begehen, wurden aber von einem Nachbarn gerettet. Beide Ehepaare wurden schließlich in ein sogenanntes Judenhaus nach Trier gebracht. Den Hermanns gelang die Flucht zu Verwandten nach Holland. Dort stirbt Lina Hermann 1942. Ihr Mann Sylwin kommt 1943 nach Theresienstadt, wo er wenige Monate später stirbt. Auch andere Familienmitglieder, die Losheim vorher verlassen hatten, wurden über Gurs nach Ausschwitz gebracht und dort ermordet. Die Eheleute Bernard und Babette Hanau wurden 1942 von Trier über Köln nach Treblinka deportiert und dort nach knapp 2 Monaten ermordet.

Seit 2009 erinnern Stolpersteine in der Hochwaldstraße und der Diedenhofer Straße, den letzten Wohnorten der Familie, an deren Schicksal.

2010 brachte der Verein für Heimatkunde Losheim am See ein Buch über die Losheimer Juden heraus

 

Der ganze Artikel über die beiden Familien ist hier zu finden.

 

Die Aktion 3. Welt Saar hat mehrere Broschüren "Gegen das Vergessen" herausgegeben, in der landkreis-spezifisch an Opfer und Täter des NS-Regimes erinnert wird.