Auffanglager für Statusquo-Anhänger in Sarreguemines (Saargemünd), Lothringen

Lothringen
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 In Erwartung der Flüchtlingsmassen hatte Frankreich 4 Auffanglager an der Grenze eingerichtet, sogenannte 'Centres d'Hébergement'

 

"Nach Schätzungen von Max Braun waren bis zum März 1935 allein 6.000 Saarländer über die Grenze nach Lothringen geflohen. Zusammen mit Johannes Hoffmann, dem Führer des Christlichen Volksbundes, war Max Braun schon am 18.1.1935 nach Genf gereist, um beim Völkerbund Schutzmöglichkeiten für die Statusquo-Anhänger diesseits und jenseits der Grenze einzufordern. In Erwartung der Flüchtlingsmassen hatte Frankreich 4 Auffanglager an der Grenze eingerichtet, sogenannte 'Centres d'Hébergement' in Teterchen, Saargemünd, Busendorf und Forbach.
In Forbach wurden die männlichen Flüchtlinge in der ehemaligen Infanteriekaserne, die Frauen und Kinder in Klöstern, Krankenhäusern und Privatquartieren untergebracht. Zur Mittagszeit wurden die Flüchtlinge in drei Gruppen in die Turnhalle Forbach zum Essen geführt. Diese diente gleichzeitig aber auch als Notunterkunft. So erinnert sich der Saaremigrant Basilius Emo: 'In Forbach wurden wir vorerst - Männer, Frauen wie Kinder - provisorisch in der Turnhalle untergebracht. Als Unverheirateter musste ich die ersten 14 Nächte lang auf dem Boden schlafen und hatte lediglich meinen Mantel, um mich zuzudecken. Tagsüber döste und schlummerte ich, so gut es eben ging, in einer Wirtsstube. Nach einigen Tagen wurden wir per Bahn nach Rennes in die Bretagne verbracht.'" 

 

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 36

letzte Änderung: BW 07.02.2007