Zwangsarbeiterlager der Grube Göttelborn

Goettelborn
Goettelborn
Grube Göttelborn 1960
Grube Göttelborn 1960

Das Lager der Grube lag am Ortsausgang Göttelborns rechts der Straße nach Merchweiler.

"Unter dem Datum Juli 1938 führten die "Deutschlandberichte der SOPADE" an: "In Quierschied ist ein großes Arbeitslager errichtet worden; die Arbeiter stammen vornehmlich aus Ostfriesland, von der Insel Rügen und aus Holstein. Sie werden morgens auf Lastwagen verbracht und abends werden sie wieder nach dem Lager zurückgefahren. Jeglicher Verkehr mit der Zivilbevölkerung ist ihnen untersagt, außerdem sind sie vereidigt worden .. Im Festungsgebiet häufen sich die Unfälle. Jeden Tag werden einige Zusammenstöße gemeldet, wobei es jeweils Tote und Verwundete gibt ... Andererseits weiß man auch, dass Saararbeiter bei den Festungsarbeiten auf den Nordseeinseln beschäftigt werden. So werden gegenwärtig tausende Arbeiter in Deutschland herumgefahren. Offenbar sollen die Arbeiter nicht die Vollendung ihrer Arbeit sehen." Im letzten Punkt irrt der SOPADE-Bericht.

Nicht nur die Westwallarbeiter wussten, wofür sie arbeiten mussten. Die Verschiebung von Hunderttausenden von Arbeitskräften hatte eher den Hintergrund, der immer gefürchteten Solidarisierung der Arbeiter untereinander und mit der Bevölkerung sowie dem Anwachsen eines Widerstandspotentials entgegenzuwirken.
Es bleibt zu klären, ob das spätere Zwangsarbeiterlager Grube Göttelborn mit dem Reichsarbeitsdienstlager identisch ist. Das Lager der Grube lag am Ortsausgang Göttelborns rechts der Straße nach Merchweiler. Ende August 1944 wurde das Kontingent von 258 "Ostarbeitern" aus dem Lager Elm verstärkt. Bei dieser Verlegung gelang 44 Zwangsarbeitern die Flucht. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Im Spätjahr musste die Grube 359 Zwangsarbeiter zu Schanzarbeiten freistellen. Dabei konnten wiederum 60 Personen zwischen dem 3.10.1944 und dem 5.11.1944 fliehen. Alliierte Jagdbomberangriffeam 14. und 23.2.1945 forderten etliche Tote unter den Insassen des Lagers. "

 

Foto: Landesbildstelle Nr. LPM_Klippel_4875

Literatur:
Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 62.