Josef Wagner-Weg in Saarbrücken

Josef Wagner-Weg in Saarbrücken-Malstatt ist nach dem Bergarbeiter und Kommunisten Josef Wagner aus Lockweiler benannt.

"In Saarbrücken-Malstatt ist der Josef-Wagner-Weg nach dem Bergarbeiter und Kommunisten Josef Wagner aus Lockweiler bei Trier benannt, der sich vor 1935 in der Status-quo-Bewegung engagiert und den Transport illegaler Schriften vom Saargebiet aus nach Hitler-Deutschland organisiert hatte. 1941 wurde er von der französischen Polizei des mit Nazi-Deutschland kollaborierenden Vichy-Regimes (Marschall Pétain) an die Gestapo ausgeliefert. Der Hintergrund für die Auslieferung war, daß die französische Regierung bei Kriegsbeginn aus Furcht vor möglicher Agententätigkeit von Emigranten alle Deutschen und Österreicher internieren ließ. In einer Verordnung vom 5. September 1939 erklärte sie deutsche und österreichische Flüchtlinge zu Staatsfeinden. Zwischen 12.000 und 14.000 Emigranten wurden verhaftet und in Internierungslagern gefangengehalten, darunter etwa 1.000 Saarländer. Nach dem deutsch-französischen Waffenstillstandsabkommen vom 22. Juni 1940 verpflichtete sich die Regierung des Marschall Pétain in Vichy im nichtbesetzten südlichen Frankreich, alle von der deutschen Reichsregierung benannten Deutschen auf Verlangen auszuliefern. Die Vichy-Regierung richtete insgesamt 65 Internierungslager für deutsche Emigranten ein. Die Lager wurden von der Gestapo mit Fahndungslisten durchsucht. (Nach: Patrik von zur Mühlen, 'Schlagt Hitler an der Saar!' Abstimmungskampf, Emigration und Widerstand im Saargebiet 1933-1935, Bonn 1979, S. 258 ff.) Der 'Volksgerichtshof' in Berlin verurteilte Josef Wagner 1943 zum Tode. Am 1. September 1943 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet."

Literatur: Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin (Hg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Bd. 1, Bonn 1995, 710.