Jacob Welter-Straße in Dudweiler

An den 1907 in Dudweiler als Sohn einer Bergarbeiterfamilie geborenen kommunistischen Widerstandskämpfer Jacob Welter erinnert heute eine Straße in Dudweiler.

"Er war bis 1935 Leiter der Ortsgruppe der KPD und Mitglied der Bezirksleitung, gleichzeitig zuständig für die Rote Hilfe im Saargebiet. Zusammen mit Paul Eisenschneider war er in der illegalen Grenzarbeit aktiv. Nach der faschistischen Machtübernahme emigrierte Jacob Welter und ging als Mitarbeiter der Auslandsleitung des ZK der KPD nach Schweden. Dort wurde er im April 1940 von den schwedischen Behörden interniert. Ein halbes Jahr später gelang ihm die Flucht nach Holland. Von hier aus reiste er im Auftrag des ZK der KPD wieder nach Deutschland ein, um die Reorganisation im Saargebiet zu unterstützen.  Im Januar 1943 wurde er in Dudweiler verhaftet und vom Oberlandesgericht Stuttgart am 19.04.1944 'wegen Hochverrat und Feindbegünstigung' zum Tode verurteilt. Am 19. April 1944 wurde er hingerichtet. In seinem Abschiedsbrief stehen die Worte: 'Die Tragik, jung sterben zu müssen, erschüttert mich nicht weiter. Damit habe ich mich schon lange abgefunden. Es sind ja Millionen junger Menschen die densleben Weg gehen mussten, ohne so viel vom Leben gehabt zu haben. Wieviele müssen denselben unnatürlichen Weg noch gehen?...'. Der Schriftsteller Peter Weiß hat Jacob Welter in seinem Werk 'Die Ästhetik des Widerstands' ein literarisches Denkmal gesetzt."

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 35

Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin (Hg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Bd. 1, Bonn 1995, 702

letzte Änderung: BW 07.02.2007