Gedenktafel für ehemalige Zwangsarbeiter am Schanzenberg in Saarbrücken

Gedenktafel, die an die Lager für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen am Schanzenberg erinnert

Saarbrücken. Bei der Eröffnung der Messe "Welt der Familie" am Samstag, 17. September 2005, enthüllt Charlotte Britz eine Gedenktafel, die an die Lager für Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen erinnert.
Während des Zweiten Weltkrieges waren auf einem Teil des Geländes, das heute von der Messe genutzt wird, vier Lager für Zwangsarbeiter, die von der Stadt Saarbrücken verwaltet wurden.
Dort waren vorwiegend so genannte Ostarbeiter untergebracht, die an Firmen zur Arbeitsleistung ausgeliehen wurden. Die Lager wurden Ende 1944 bei einem Luftangriff zerstört. Auf einem Teil des ehemaligen Lagergeländes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Messe erbaut.
In Saarbrücken waren nach Schätzungen von Historikern etwa 20 000 ausländische Arbeiter eingesetzt, von denen die meisten Zwangsarbeiter waren. Sie stammten übewiegend aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Frankreich. In Saarbrücken sind noch mehr als fünfzig Lager nachweisbar, in denen Zwangsarbeiter untergebracht waren und die über die ganze Stadt verteilt waren.
Die Stadt Saarbrücken engagierte sich ab 1942 bei der Unterbringung der Menschen und bei der Organisation ihres Einsatzes in er örtlichen Wirtschaft über das Maß hinaus, zu dem sie verpflichtet war.
Unter anderem richtete die Stadt am Schanzenberg vier Lager für Zwangsarbeiter ein. [Am Schanzenberg befanden sich ein großes Zwangsarbeiterlager der Stadt, ein Lager der 'Schneiderwerke GmbH' und kleinere Lager für französische und sowjetische Kriegsgefangene.] Den wichtigsten Beitrag leistete sie aber bei der Verwaltung der Zwangsarbeitereinsätze in einer eigenen Dienststelle.
Im gesamten Deutschen Reich wurden während des Zweiten Weltkrieges mehrere Millionen zivile Zwangsarbeiter, von denen etwa 40 Prozent Frauen waren, in der deutschen Wirtschaft eingesetzt. Schwerpunkte waren Rüstungs- und Schwerindustrie. In diesen Branchen wurden auch im Saarland die meisten Zwangsarbeiter eingesetzt.

Standort der Tafel: Messegelände links neben den Hallen am Felsen beim Stolleneingang

Foto: Landesbildstelle Nr. LPM_Klippel_1660

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 27

Saarbrücker Zeitung vom 15.09.2005

Einladung der Bürgermeisterin Charlotte Britz vom September 2005

letzte Änderung: BW 07.02.2007