Johanna Kirchner-Straße in Saarbrücken

Von 1945 bis 1955 war eine Straße in Malstatt nach Johanna Kirchner benannt.

"Die Sozialdemokratin und Funktionärin der Arbeiterwohlfahrt verließ 1933 ihre Heimatstadt Frankfurt am Main, um der drohenden Verhaftung zu entgehen, und emigrierte ins Saargebiet. Dort setzte sie sich unter anderem für die Emigrantenbetreuung der Arbeiterwohlfahrt ein. Nach der Volksabstimmung 1935 flüchtete sie nach Frankreich, wo sie 1939 verhaftet und im Lager Gurs in Südfrankreich interniert wurde. 1942 lieferten die französischen Behörden sie an die Gestapo aus (zum Hintergrund der Auslieferung s.o. unter Josef Wagner). Im April 1944 wurde sie vom 'Volksgerichtshof' in Berlin unter dem Präsidenten Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 9. Juni 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die Johanna-Kirchner-Straße wurde 1956 wieder in Bülowstraße zurückbenannt. Erst am 14. April 1983 wurde eine Neubaustraße wieder nach ihr benannt. Seit einigen Jahren erinnert im Rathaus St. Johann auch eine Büste an die Sozialdemokratin. "

Literatur: Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin (Hg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Bd. 1, Bonn 1995, 711f.

Büste von Johanna Kirchner im Rathaus St. Johann