Emigrantenlager des Völkerbundes in der ehemaligen Ulanenkaserne in der Mainzerstraße

1934 wurden 597 Flüchtlinge durch die sozialdemokratische Flüchtlingshilfe im Saargebiet betreut

"Mit der Zeit wurde es immer schwieriger, den Flüchtlingen zu helfen. Zwar hatte der Völkerbund in der ehemaligen Ulanenkaserne in der Mainzerstraße 134 (heute Polizeihochschule) ein Emigrantenlager einrichten lassen, doch reichte dies nicht aus, um alle Flüchtlinge unterzubringen. Die meisten Emigranten waren in Privatquartieren untergebracht (vgl. auch Dudweiler, Lager Von-der Heydt). In einem Bittgesuch an den Hohen Flüchtlingskommissar des Völkerbundes vom März 1934 gab Emil Kirschmann die Situation wieder: 'Es wurden 597 Flüchtlinge durch die sozialdemokratische Flüchtlingshilfe im Saargebiet betreut.
Verheiratet und mit Familie sind 43, verheiratet und ohne Familie 106, ledig 448 ... Feste Stellung haben nur 6 Flüchtlinge erhalten können. In den Heimen sind insgesamt 68 untergebracht. Sie erhalten dort Unterkunft und Verpflegung. Die Unkosten werden, solange Mittel vorhanden sind, noch von den Organisationen bestritten."

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 10