Zwangsarbeiterlager der Firma Mannesmann in Bous

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Zwangsarbeiterlager der "Deutschen Arbeitsfront" in der Gastwirtschaft Hüppchen

"Der größte Arbeitgeber in Bous waren wie auch heute die Mannesmann-Röhrenwerke. Wie anderorts häufig war die Betriebsleitung relativ früh 'gleichgeschaltet', obwohl zu dieser Zeit noch zu 60% in französischer Hand... Als 'kriegswichtigem Betrieb' kam dem Bouser Zweigwerk der Mannesmann AG ab Ende 1939 eine besondere Aufgabe zu: Die Firma produzierte und lieferte die Gasflaschen zur Ermordung der Psychiatrie-Patienten in den 'Euthanasie-Anstalten (In den IG Farben-Werken in Ludwigshafen, heute BASF, wurden sie dann mit Kohlenmonoxydgefüllt.). Während der Evakuierung der 'Roten Zone' 1940/1941 beschäftigten die Röhrenwerke ausländische Arbeitskräfte zu Instandsetzungsarbeiten. Untergebracht waren sie im Lager der 'Deutschen Arbeitsfront'. Im Zuge der ersten Deportationen von Zwangsarbeitern aus den besetzten sowjetischen Gebieten im Spätjahr 1941 war im Werksgelände eine Zentrale eingerichtet, wo die ankommenden Zwangsarbeiter erneut untersucht, in Gruppen zusammengefasst und auf ihre Arbeitsstellen in der Region verteilt wurden.. Weitere Zwangsarbeiter waren im DAF-Lager untergebracht, das in der Gastwirtschaft Hüppchen eingerichtet war.
...Misshandlungen und Todesfälle sind für die Bouser Fabrik bisher nicht dokumentiert. ...Anfang Dezember 1944 wurden die Bouser Lager vor der nahenden Front aufgelöst und in Richtung Osten evakuiert. Adolf Zenner konnte den langen Zug der Zwangsarbeiter am 3. Dezember am Püttlinger Bahnhof vorbeimarschieren sehen."

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 115.

letzte Änderung: BW 01.12.2006