Friedhof für sowjetische Kriegsgefangene auf dem Gelände des Landeskrankenhauses in Homburg

Uniklinik 1958
Uniklinik 1958

Kleiner Friedhof beim Gebäude der experimentellen Neurochirurgie

"Wer heute auf dem Gelände des Landeskrankenhauses nach Spuren der Kriegszeit sucht, stößt bei dem Gebäude der experimentellen Neurochirurgie auf einen kleinen Friedhof, der nur noch durch die sehr alten verwitterten Holzkreuze, auf denen kleine Blechtafeln mit 28 Namen angebracht sind, als solcher kenntlich ist. Abseits des Gräberfeldes findet er an der Hauswand einen Stein mit kyrillischer Schrift:
1941 - 45. Sdes pokoitsja prach 29 sowjetskich mutschenikow nemetskogo plenja. Hier ruht der Staub von 29 sowjetischen Märtyrern in deutscher Gefangenschaft. Wie viele Tote ruhen hier wirklich, 28, 29? Eine städtische Liste von 1959 nennt nur noch 21 Tote, von denen aber 1965 sechs nach Besch umgebettet wurden, also nur noch 15? Der undurchsichtigen Zahlenwirrwarr ist symptomatisch dafür, wie hier die geschichtliche Wahrheit verdrängt wird."

Foto: www.uniklinikum-saarland.de/de/profil/portrait/story_homburgs/  

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 142.

letzte Änderung: BW 28.11.2006