Johannes Ries-Straße in Elversberg

Pfarrer Johannes Ries wurde als unbequemer Vertreter der Kirche von den Nationalsozialisten bekämpft

"Eine Straße erinnert an Pfarrer Johannes Ries, der 1887 in Elversberg geboren und als unbequemer Vertreter der Kirche von den Nationalsozialisten bekämpft wurde. Im August 1933 geriet der Priester erstmals mit lokalen Parteigrößen der NSDAP in Konflikt, als er sich weigerte, an einer »nationalen Feier« teilzunehmen. 1937 spitzten sich die Auseinandersetzungen um die kirchliche Jugendarbeit zu. Die Nazis versuchten Pfarrer Ries mit einer Kampagne zu verunglimpfen, indem sie das Gerücht ausstreuten, er habe sich an drei Schulmädchen vergangen. 1942 ermöglichte Ries einem kriegsgefangenen Priester aus Frankreich, in einer Kapelle das Messopfer zu feiern. Daraufhin wurde er wegen »Feindbegünstigung« verhaftet, nach Dachau gebracht und am 3. Januar 1945 ermordet."

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 107.

Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin (Hg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Bd. 1, Bonn 1995, 714.

letzte Änderung: BW 28.11.2006