Russische Kriegsgefangene in der Grube Reden

Grube Reden
Grube Reden

Mit etwa 600 unter Tage arbeitenden Gefangenen lag die Grube Reden an der Spitze aller saarländischen Steinkohlebergwerke, den Einsatz von Kriegsgefangenen betreffend

"Mit der Übernahme der Saargruben durch das Deutsche Reich am 01. März 1935 erfuhr das Bergwerk Reden eine umfassende Förderung. Nach dem Propagandabesuch des Reichsministers Hermann Göring am 11. November 1935 wurde Reden zu einer Musteranlage ausgebaut. Zwischen 1936 und 1942 entstand die Anlage in großen Teilen neu, zudem entstand die Kokerei Reden. Reden galt seitdem als eine der drei Musteranlagen dieser Zeit. Sie ist als einzige heute noch fast unverändert herübergekommen. Bis 1963 war sie die modernste Anlage des Saarbergbaues.
Während des zweiten Weltkrieges entstanden durch die Bombardierung im Übertagebereich große Schäden, die Förderung war dadurch jedoch nicht eingeschränkt. Die Arbeit untertage wird anfangs durch russische, später durch italienische Kriegsgefangene (besonders ab 1943) geleistet.
Nachweisbar waren in der Grube Reden seit 1942 sowjetische Kriegsgefangene eingesetzt. Mit etwa 600 unter Tage arbeitenden Gefangenen lag die Grube Reden sogar an der Spitze aller saarländischen Steinkohlebergwerke, den Einsatz von Kriegsgefangenen betreffend. Die Arbeitsbedingungen dieser Menschen werden allein aus einer Liste des Lagerführer Recktenwald ersichtlich, der unter 82 Toten des Lagers Emsenbrunnen allein 16 Bergunfälle als Todesursache angibt. Die besonders brutale Behandlung, die die sowjetischen Gefangenen in der Grube Reden erlitten, hatte dann auch zur Folge, dass der Obersteiger Adolf Dietze wenige Tage nach der Befreiung am 23.3.1945 von ehemaligen Gefangenen erschossen wurde."

 

Landsweiler-Reden, Geschichte des Ortsteils und Bilder: http://www.schiffweiler.de

 

Literatur: Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 106.

letzte Änderung: BW 28.11.2006