Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm, Saarbrücken

Gedenkstätte »Gestapo-Lager Neue Bremm«
Gedenkstätte »Gestapo-Lager Neue Bremm«

Die Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm im neuen Auftritt nach der Eröffnung am 8. Mai 2004

 

1. Geschichte des Erinnerungsortes vor 1935
An der Peripherie von Saarbrücken gelegenes Gelände, landwirtschaftlich genutzt.

2. Geschichte des Erinnerungsortes in der NS-Zeit
Nach der Rückgliederung des Saargebiets Errichtung und Nutzung als Arbeitslager bis 1940, danach bis 1942 Lager für Kriegsgefangene. Von März 1942 bis November 1944 erweitertes Polizeigefängnis der Gestapo Saarbrücken mit KZ-ähnlichem Charakter als Durchgangslager in die großen KZs für Häftlinge aller Art. Männerlager im schon bestehenden Arbeitslager, Frauenlager südlich davon 1943 neu errichtet. Baracken in beiden Lagern symmetrisch um einen quadratischen Löschteich angelegt und mit einem doppeltem Stacheldrahtzaun umgrenzt. In der Nordostecke des Männerlagers ein Wachtturm. Alstinger Weg zwischen den beiden Lagern frei zugänglich, dort auch die Lagereingänge.
Detaillierte Schilderung der Zustände im Lager:
Beitrag über die Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm
(PDF, 1,20 MB)

Ende 1944 Lager wegen der näherrückenden Front aufgelöst und nach Heiligenwald verlegt (s. dort)

3. Geschichte des Erinnerungsortes nach 1945
Baracken bis 1947 abgetragen. 1947 Errichtung einer Gedenkstätte  durch die französische Besatzungsmacht unter General Grandval mit Obelisk und Gedenktafel an der Metzer Straße; regelmäßige Gedenktage bis zur Rückgliederung des Saarlandes.
Bis in die 1970er Jahre Gedenkstätte mehr oder weniger in Vergessenheit geraten; Mitte der 1970er Jahre Errichtung des Hotels Novotel auf dem Gelände des früheren Frauenlagers.
Ab den 1980er Jahren Rückbesinnung, historische Erforschung des Lagers; großes Engagement der 'Initiative Neue Bremm' als Zusammenschluss von Saarbrücker Bürgern führt zur Umgestaltung und 2004 zur Eröfnung der neu gestalteten Gedenkstätte  

4. Aktueller Zustand des Erinnerungsortes
Löschteich als Mahnmal künstlerisch gestaltet mit Gedenkplatten namentlich bekannter Lageropfer; Grundrisse der archäologisch untersuchten Barackenfundamtente baulich hervorgehoben; ausführliche Dokumentation der Geschichte des Lagers an der westlichen Innenmauer in deutscher und französischer Sprache; an der Außenwand Kennzeichnung durch blaue Leuchtschrift und kunstvolles Abbildung (s. Foto oben). die neue Beschilderung der Baracken wurde am 8. Mai 2007 eingeweiht.

5. Lage
Metzer Straße, an der Hauptausfallstraße von Saarbrücken nach Westen in Richtung Metz als Verlängerung der route nationale 3, erreichbar über die Zufahrt zum Hotel 'Mercure-Süd' (Ausschilderung der Gedenkstätte ist in Vorbereitung, derzeit am besten der Ausschilderung zum Hotel 'Mercure-Süd' folgen); kostenlose Parkplätze auf dem nördlichen Parkplatz des Hotel 'Mercure-Süd' am Alstinger Weg direkt an der Gedenkstätte oder an der Metzer Straße gegenüber.

6. Öffnungszeiten und Führungen
Die Gedenkstätte ist ganzjährig kostenlos zugängig. Führungen für Schulklassen und andere Gruppen sind ebenfalls kostenlos über die Landeszentrale für politische Bildung (s. unten) buchbar. Weitere Informationen über die Geschichte des Lagers sind im Historischen Museum Saar am Saarbrücker Schloßplatz in der NS-Ausstellung einzusehen.  

7. Ansprechpartner
Herr Dr. Burkhard Jellonnek
Landeszentrale für politische Bildung Saarland
Beethovenstraße 26
66125 Saarbrücken-Dudweiler
Tel. 06897-7908-176
Fax 06897-7908-177
E-mail lpb(at)lpm.uni-sb.de

8. Literatur
Volk, Hermann, Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Bd. 4 Saarland, Köln 1989, 25f.

Puvogel, Ulrike/Stankowski, Martin (Hg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Bd. 1, Bonn 1995, 706

Thalhofer, Elisabeth, Neue Bremm, Terrorstätte der Gestapo, ein Erweitertes Polizeigefängnis und seine Täter, St. Ingbert 2002

Jellonnek, Burkhard, Berliner Vortrag 2002

Thalhofer, Elisabeth, Vergessenes Leid, die Frauenabteilung des Gestapo-Lagers Neue Bremm; Eckstein, Journal für Geschichte 10, Geschichtswerkstatt Saarbrücken 2003, 30-43

letzte Änderung BJ 28.08.2007